Geht ein erbrechtlicher Fall über die europäischen Grenzen hinweg, stellt sich die Frage, welches Recht zur Anwendung kommt. Es könnte das Recht sein, dessen Staatsangehörigkeit der Erblasser besitzt, es könnte aber auch das Recht des Ortes sein, an dem der Erblasser zuletzt gewohnt hat oder es könnte das Recht des Ortes sein, in dem sich einzelne Nachlassgegenstände befinden. Um diese Frage zu klären, muss das Erbstatut ermittelt werden. Dieses bestimmt, welches Recht  im Einzelfall einschlägig ist.

Dabei hat jedes Land seine eigenen Regeln, wie es das Erbstatut ermittelt. Diese Regeln besagen, welche Rechtsordnung für den vorliegenden Erbfall gelten soll, daher nennt man sie auch Kollisionsnormen. Sie sagen nichts über den Inhalt des Erbrechts aus, sondern nur, welches Landesrecht gilt. Erbrechtliche Anknüpfungspunkte ausländischer Rechtsordnungen sind beispielsweise

A. Nachlasseinheit

1. Letzte Staatsangehörigkeit

Ägypten, GUS Staaten, Japan, Kroatien,
Kuba, Liechtenstein, Libanon, Taiwan
Irak, Marokko, Serbien, Tunesien
Iran, Montenegro

2. Letzter Wohnsitz

Brasilien, Israel
Chile, Norwegen
Dänemark, Schweiz
Island

B. Nachlassspaltung (für bewegliche Sachen und Immobilien)

1. Staatsangehörigkeit einerseits und Lage der Immobilie andererseits

Albanien, Indonesien
Jordanien, Türkei
Volksrepublik China

2. Wohnsitz einerseits und Lage der Immobilien andererseits

Australien, Bolivien, Großbritannien
Indien, Irland, Kanada
Monaco, Neuseeland, Pakistan
Paraguay, Südafrika, Thailand
USA (häufig)

3. nur Lagerecht

Mexiko, Panama
Uruguay, Venezuela

4. nur Wohnsitzrecht

Argentinien, Guatemala

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